View this page in English View this page in English
Pfeil

Der Große IYPT China Report

Zuerst die gute Nachricht: Wir sind Physik-Vizeweltmeister. Dann die noch bessere: Das IYPT-Basketballturnier haben wir sogar souverän gewonnen. Aber beginnen wir von vorne, mit den letzten Vorbereitungen in Wien.

Vize WeltmeisterWir sind Physik-Vizeweltmeister!

Die letzten Tage in Wien

Das letzte Vorbereitungstreffen in Wien, traditionell mit anschließendem Abflug, ist jedes Jahr etwas ganz besonderes. Die Nervosität und Aufregung über Reise und Turnier steigt stetig. Die Zahl der Ideen, was noch alles gemacht werden sollte, nimmt ebenso indirekt proportional mit der noch verbleibenden Zeit zu. Zwischendurch aufgeschobene Arbeiten müssen nun doch erledigt werden und eigentlich ist es schon längst an der Zeit, die Präsentationen zu fixieren und den einen oder anderen Fight durchzuspielen.

Von unserem ersten Treffen hat Tim ja bereits einen coolen Bericht veröffentlicht, beim zweiten Treffen Anfang Juli wurden dann Ergebnisse ausgewertet, Experimente mit neuen Erfahrungen und verbessertem Aufbau wiederholt und hie und da auch noch mit ganz Neuem begonnen. Um etwa die „Sand ripples“ zu erzeugen baut Johannes eine Wellenmaschine mit variabler Frequenz (von 1Hz bis zum Verlassen des Hörbereichs - Frequenzgenerator sei dank) - und plötzlich gesellt sich unser lieb gewonnenes Schulversuchspraktikum in die Riege der Hochwassergebiete Österreichs. Angel und Tim bauen dann die „Coupled Compasses“ noch einmal auf, dieses Mal wollen wir die Nadeln markieren und deren Bewegung per Bilderkennung automatisiert auswerten lassen. Kaputt geht heuer erstaunlich wenig - eine Kilowatt starke Lampe, ein Stück Schaumstoff, das stickstoffgekühlt Angels Faust nachgeben muss, oder ein dünner Schlauch, dem der Druckminderer nicht sensibel genug eingestellt war. Irgendwann verliert auch der große Eimer voll flüssigem Stickstoff den Reiz angesichts der Problems, die es zu erforschen gilt.

Erstaunlich lange Zeit sind viele der Arbeiten dann „fast fertig“. Langsam rückt aber der 18. Juli näher, Tag des Abflugs, und wir drängen immer stärker darauf, endlich damit zu beginnen, die Präsentationen vorzutragen. Viermal weichen wir abends in den nächsten McDonald’s aus um weiterarbeiten zu können; dort gibt es viel Platz für unsere Laptops, Strom, Internet und Essen – auf das wir auch später in China immer wieder gerne ausweichen, wenn die einheimische Nahrung zu große Bauchschmerzen bereitet. Die Präsentationen haben heuer einen Grad an Komplexität erreicht, dass es nötig wird, Listen anzufertigen, welche Hilfsmittel genau benötigt werden und wer im Team welche Aufgabe übernimmt. Hier ein kleiner Auszug zu Markus’ „Stop a Drip“:

Aber der Aufwand lohnt sich, denn Markus’ Präsentation in der letzten Vorrunde ist ausschlaggebend zwei andere Teams zu überholen und uns ins Finale zu bringen.

Am Weg nach China

Am 18. Juli schließlich sind wir dann „fast fertig“ genug und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Sind die Magnete die wir für den „Electromagnetic motor“ brauchen eigentlich im Flugzeug erlaubt? Ein Anruf soll Klärung schaffen. Nein, Magnete sind generell verboten. Aber beispielsweise in Festplatten sind doch noch stärkere verbaut?! Ja, aber die sind ja ausgeschaltet! Und wieder fühlen wir uns bestätigt darin, wie wichtig unsere Arbeit ist, Physik zu vermitteln…

Wir schmuggeln die Magnete schließlich als Accessoires an Kathis Kleidung und Bernhards Gürtel durch die Sicherheitskontrolle am Wiener Airport. Nach einem fragenden Blick auf den Inhalt unseres Experimentekoffers und dem Hinweis, dass wir zur Physik WM fliegen schaut dort ohnehin niemand mehr so genau und Kathi schmuggelt sogar versehentlich Mundwasser und Kaffee in ihrem Handgepäck durch die Kontrolle. Da würden auch Nacktscanner nichts mehr helfen – wobei reizvoll wäre das schon... physikalisch!

EröffnungDas Team bei der Eröffnung

Nach einem ruhigen Flug in Peking angekommen finden wir uns im tiefsten, künstlich erzeugten, Winter wieder. Ein paar menschlichen Wegweisern folgend, die mit vornehmen Handbewegungen in die Richtung zeigen, in die man zu gehen hat, dringen wir schließlich zu den Fiebermessstation durch, die wir problemlos passieren. Den Polizisten an der Grenze darf man mit einer Wahl aus fünf Smileys bewerten. Wir geben ihm alle die beste Note aus Angst, er könnte prompt seine Arbeit verlieren.

Der Pekinger Flughafen ist beeindruckend gebaut, genauso beeindruckend ist aber auch der Temperaturwechsel am Ausgang. Man taucht ein in Hitze, Feuchtigkeit und Nebel und freut sich darüber, dass der Bus der Nankai Universität in Tianjin schon wartet und auch klimatisiert ist. Während der Fahrt können wir alle entweder den Schlaf nachholen, den wir alle im Flugzeug versäumt haben oder andere bei diesem fotografieren.

Der Austragungsort

Die Nankai Universität in Tianjin liegt auf einem großen Campus, mit einem Zaun umgeben und vom universitätseigenen Sicherheitspersonal geschützt, auf welchem auch unser Hotel liegt. Wenn man wenig Ansprüche stellt, so waren die Zimmer ganz gut, es mangelt nur an Klopapier. In China sind gerade ganz kleine und extrem dünne Rollen modern, die in Europa niemals auch nur für eine Person reichen würden. Auch macht ab dem ersten Tag gleich immer einem aus dem Team starker Durchfall zu schaffen. An der Rezeption informiert man uns höflich lächelnd über die Eine-Rolle-Politik in diesem Hotel, verkauft uns dann aber sogleich eine riesige Packung europäischen Klopapiers um umgerechnet ein paar Cent.

Den ganzen Tag lang wird man von einem beeindruckenden Grillenkonzert mit enormer Lautstärke begleitet. Das ist vielleicht zu Beginn interessant, als es aber beginnt, sowohl den Wettbewerb als auch unseren Schlaf zu stören wünschen sich selbst die Tierschützer unter uns möglichst effektives Gift herbei.

FrühstückFrühstück.

Das Essen nehmen wir gleich nebenan in der Universitätskantine zu uns. Da wir ein paar Tage zu früh gekommen sind um noch ein wenig vor Ort zu trainieren, müssen wir unser Frühstück um umgerechnet 30 Cent selbst bezahlen. Es besteht aus gedämpften und frittierten Brötchen (siehe Bild), Suppen und einem Reisbrei. Während wir am Abend die doch interessante Abwechslung im Essen durchaus schätzen, ist das für uns in der Früh meist einfach zu ungewohnt. Das Mittag- und Abendessen ist wirklich abwechslungsreich, zu Wettbewerbszeiten wird eine gewaltige Menge an verschiedenen Gerichten serviert, insgesamt meist 20 an der Zahl. Oft gibt es auch ein Buffet, gut beschildert auch mit englischen Übersetzungen, obgleich diese manchmal fragwürdig sind. Zu den Highlights zählen: „Vergewaltigung mit Pilzen“ oder „In altem Shampoo frittiertes Schwein“. Beides schmeckt hervorragend.

Die Eröffnung

Nachdem wir zwei Tage alleine trainiert haben, fand nun endlich die große Eröffnung statt. Beim österreichischen IYPT Team hat es schon seit einigen Jahren Tradition, möglichst einschüchternd und einheitlich angezogen zu sein. Wir sind daher auch hier wieder dezent overdressed. Dunkler Anzug, weißes Hemd und rot-weiß-rote Krawatte ist immer der Dresscode sobald wir uns in der Öffentlichkeit zeigen. Umsäumt von einem Rahmenprogramm aus Pekingoper und einer Kung Fu Vorstellung stellen sich alle Teams vor und ziehen die Lose für den Rundenplan. Markus, den wir zum Speaker unseres Teams ernannt haben, präsentiert unser Team auf Chinesisch (siehe Video!), was, bei den Chinesen starke Begeisterung hervorruft. Als wir dann auch noch bei der Verlosung die Acht ziehen, eine chinesische Glückszahl, hätten wir nicht mehr zuversichtlicher sein können.

Die ersten Personal Fights

Noch am selben Nachmittag starten wir in die erst Runde in der es gegen Bulgarien und Tschechien geht. Angel präsentiert Ghostly Images, eine unserer besseren Ausarbeitungen, in der man möglichst viel über die hellen Flecken in Erfahrung bringen sollte, die beim Fotografieren in einer staubigen Umgebung entstehen. IYPT Beispiele verlangen meist, soviel wie nur irgendwie möglich über das Problem in Erfahrung zu bringen. Man kann daher die Aufgabe niemals erfüllen und weiß erst beim Wettbewerb ob das, was man getan hat, ausreichend ist. Es ergibt sich dabei oft, dass Aufgaben, die auf den ersten Blick einfach erscheinen, die schwierigsten werden, mitunter auch weil dann die Anforderungen einfach höher sind.

Team, am WegAuf dem Weg zum Fight. Nicht fehlen darf der große blaue Koffer (im Bild ganz hinten)

Angels Ghostly Image Präsentation ist insofern besonders, als dass seine Theorie eines dreidimensionalen Modells bedurfte und daher viele Folien in 3D waren. Die Brillen stellen wir zu Verfügung, Avatar ist nichts dagegen! Unsere Opponence gegen Tschechien aber ist bestenfalls okay und wir können daher in keiner Weise den Punkteschnitt erreichen den wir uns erwartet haben. Es ist daher nicht verwunderlich das die Auswertung zeigt, dass wir in der ersten Runde auf Rang sechs abgeschlagen liegen. Das ist zwar auch eine tolle Platzierung, aber nicht unbedingt mit unserem Ziel, nämlich ins Finale zu kommen, vereinbar.

Am nächsten Morgen treffen wir auf Schweden und Großbritannien, ein Fight auf hohem Niveau. Mit Schweden sind wir ex aequo auf Rang sechs und Großbritannien ist sogar vor uns. Johannes präsentiert souverän das zweite Beispiel, Coupled Compasses, in dem man die Bewegung zweier Kompassnadeln berechnen sollte. Das ist in erster Näherung zwar machbar, wird dann jedoch, wenn man es genau nahm, sehr komplex, was auch der Grund dafür ist, dass selbst nach dem Finale noch nicht alles geklärt ist. Obwohl wir ursprünglich der Meinung waren, dass Coupled Compasses nicht unbedingt unsere beste Präsentation ist, sind die Bewertungen gut. Wir werden zwar von Schweden im direkten Duell besiegt, verbessern uns aber auf Platz vier, was unsere Chancen auf das Finale erheblich vergrößert.

Jury, 2. RundeDie Jury in der 2. Runde

Unser Schicksal, gegen gute Teams anzutreten, setzt sich fort. In der dritten Runde geht es gegen den Tabellenführer Südkorea. Glück haben wir aber insofern, als dass wir eine unserer besten Präsentationen zeigen dürfen: Electromagnetic Motor. Zumindest glaubten wir, dass es eine unserer besten sei. Der Jury war es zu ungenau und zu wenig. Außerdem entwickelt sich eine heftige Diskussionen mit einem Juror, der meint, dass unsere Theorie Schwachsinn sei. Wer richtiger lag ist bis heute nicht geklärt, daran ändern auch lange Diskussionen mit anderen Professoren und Juroren nichts. Wir sind immer noch überzeugt, dass wir richtig liegen. Das ist eben das Tolle am IYPT: Nichts ist selbstverständlich und über alles kann diskutiert werden. In diesem Fall ist es eher zum Verzweifeln und wir müssen uns nach der dritten Runde wieder mit Platz fünf zufrieden geben.

Das Unwetter und die vierte Runde

Passend zu unserer Stimmung nach der dritten Runde folgt ein Gewitter von für uns Europäer fast unbekanntem Ausmaß. Ob es am vielen Regen oder an der schlechten Kanalisation liegt ist einerlei. Tatsache ist, dass die Straßen sofort weit über Knöchelhöhe überschwemmt sind. Jeder klammert sich so gut es geht an seinen Computer und quetscht sich in den Shuttleservice. Da dieser aber von seitlich offenen Fahrzeugen geführt wird, bleibt trotzdem nichts trocken. Frierend sitzen wir dann im stark klimatisierten Speisesaal und hoffen, dass wir das gesundheitlich überstehen werden.

Die Abende verbringen wir traditionsgemäß immer damit, fast fertige Präsentationen noch fast fertiger zu machen, Reports zu üben und Opponence-Listen zusammenzustellen. Wie erwartet hat unser Plan, vor dem Turnier schon Opponent-Fragen für jedes Beispiel zusammenzustellen, nicht funktioniert. Mittlerweile jedoch haben wir eine enorme Professionalität entwickelt. Die Zeit vor einem Report ist immer knapp und deshalb haben wir nicht nur Listen mit allen Dingen, die wir für die Präsentation brauchen, sondern auch eine genaue Auflistung wer wann für was verantwortlich ist. Um unsere Reports „einmalig“ zu machen haben wir nämlich allerhand geplant.

KiwisDas neuseeländische Team in der vierten Runde.

In der vierten Runde geht es gegen Neuseeland. Wieder ein Team, das wir eigentlich überholen wollen. Wir dürfen sie im Beispiel Stearine Engine opponieren. Dieses Problem ist vermutlich nicht ihr Bestes und wird mäßig gut benotet, also stehen unsere Chancen ganz gut. Wir selbst gehen mit dem Beispiel Transformers ins Rennen, welches wir erst knapp vor dem IYPT begonnen, jedoch trotzdem auf ein sehr gutes Niveau gebracht haben. Da die Neuseeländer aber bei ihrer Opponence und beim Review punkten können, müssen wir uns in diesem direkten Duell geschlagen geben. Wir liegen nach dieser Runde auf Platz vier; Ein Déjà-vu aus dem letzten Jahr: 2008 haben wir um nur 0,1 Punkte das Finale verpasst.

AngelAngel, sehr patriotisch.

Das Basketballturnier

Da wir im Physikturnier unseren Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnten, fokussierten wir unseren Ehrgeiz nun auf das am Nachmittag angesetzte Basketballturnier. Wenn wir schon nicht die IYPT Tabelle anführten, so wollen wir zumindest das Basketballturnier gewinnen. In Wien hatten wir uns noch mit Fanartikeln von der Fußball EM ausgerüstet und können deswegen mit Österreichfahnen, Ansteckern und Schweißbändern in die Halle gehen. Wir marschieren im Gleichschritt ein und pfeifen den Radetzkymarsch, was umstehende Chinesen durchaus beeindruckt.

MarkusMarkus, sehr sportlich.

Die Halle müsste wohl jeden österreichischen Basketballspieler beeindruckt haben. Sie ist so riesig, dass man sogar den Smog sehen kann. Gespielt wird drei gegen drei auf einen Korb. Die Auslosung ist sogleich günstig für uns: Ein Freilos in der ersten Runde. In den ersten Spielen können wir uns immer eindeutig durchsetzen. Es ist ein etwas ungleicher Kampf: Markus hat früher im Nationalteam gespielt. Gegen oben hin werden die Teams aber doch besser. Nach einigen Spielen von unterschiedlicher Intensität, manche brutaler, andere wieder ruhiger, kommen wir schließlich ins Finale gegen Weißrussland. Es ist über lange Zeit hinweg unentschieden wegen der starken Reboundleistug der weißrussischen Juroren. Wir können es dann aber doch für uns entscheiden und sind somit das beste Jungphysiker-Basketballnationalteam der Welt! (Dass wir dann in einem Match gegen die chinesischen Schiedsrichter verlieren, sollte man nebenbei auch anmerken.)

Fünfte Runde

Unsere Chancen stehen nicht wirklich gut. Die letzte Runde vor dem Finale gegen zwei eher schlechtere Teams anzutreten ist eher ein Pech. Meistens bekommt man nämlich mehr Punkte wenn man mit guten Teams zusammen ist. Wir müssen jedoch keine taktischen Finessen anwenden: Gechallenged werden wir Stop a Drip, eine unserer besten Präsentationen. Das Gute daran ist vermutlich, dass wir schon lange daran gearbeitet hatten und daher eine Vielzahl an Videos, Fotos und Messdaten zeigen können, was die Jury meist als Pluspunkt wertet. Die Theorie ist zumindest gut durchdacht, es ist jedoch immer schwierig vorauszusehen, was jetzt wirklich richtig ist. Manchmal kommt auf Fehler erst die Jury. Manchmal man selbst, Jahre später.

Es ist eine unserer aufwendigsten Präsentationen also muss in der Vorbereitungszeit alles wie am Schnürchen laufen. In einer Minute ist alles fix und fertig hergerichtet, vom kleinen Tischchen bis zum Mantel für unseren Reporter Markus. Die restlichen Minuten kann man dann einfach nur mehr genießen. Die Flasche wird ordnungsgemäß geöffnet, natürlich nicht ohne zu prüfen, ob der Wein nicht korkt. Somit kann dann gleich nach der Begrüßung Wein eingeschenkt werden, perfekt und ganz ohne zu tropfen. (Wir alle atmen erleichtert auf, denn so gut beherrschen wir das Einschenken auch wieder nicht.) Dabei können die Richter auf der Leinwand hinter uns eine live gefilmte Detailansicht betrachten. Die Jury bewertete die Präsentation mit einem sehr hohen Schnitt und wir sehen daher gute Chancen, ins Finale zu kommen. Als wir dann auch noch eine gute Opponence und einen ausgezeichneten Review hinlegen ist es sicher: Zwei Plätze aufgeholt! Zweiter in der Tabelle und somit Einzug in das Finale!

Uns allen ist es die ganze Woche wirklich nicht gut gegangen - Durchfall, Bauchweh, Übelkeit und Fieber begleiten uns die ganze Zeit und so mancher hätte sich vermutlich zuhause schon längst für ein paar Tage niedergelegt. Nun hatte es aber einen von uns endgültig ins Bett verschlagen: Markus, der eigentlich im Finale präsentieren soll, muss sich mit 39° Fieber erst mal auskurieren. Es bleibt nur eine Wahl: Innerhalb von einem Tag gesund werden. Das ist möglich. Stark verschnupft (später am Video kann man das gut hören) aber doch im Finale.

Die chinesische Mauer

Bei unserem Trip zur chinesischen Mauer setzt Markus lieber aus, Angel bleibt auch zurück und umsorgt ihn. Der Rest macht sich auf, die Mauer zu erklimmen. Beeindruckend, dieses Bauwerk, besonders Tim ist sehr fasziniert, wie auch das Video dazu zeigt:

Das Finale

Am Vormittag findet nun das so lang ersehnte Finale statt. Obwohl wir immer als Ziel hatten, ins Finale zu kommen, schrauben wir unsere Erwartungen natürlich sogleich höher: Nicht dritter werden. Denn das Finale zu verlieren ist nicht schön. Unserer Motivation entsprechend sind wir die ersten dort und können somit in Ruhe vorbereiten und Beamer und Laptops ausprobieren. Nach netten Ansprachen beginnt nun Korea mit der Präsentation von Coupled Compasses, welches wir schon selbst präsentiert hatten. Angel macht unsere Opponence. Er findet genug Fehler und geht daher auch angemessen zuversichtlich in die Diskussion. Das Problem ist nur, dass die Richter die Fehler nicht ganz mitbekommen (wollen). Sie bitten uns darum aufzuhören „so viel selbsterforschtes Material in die Diskussion zu bringen“, was der Opponent nämlich nicht darf. Wir haben da natürlich eine andere Ansicht. Wir wollen nämlich klar zeigen, dass die Ausarbeitung des Gegners fehlerhaft ist - aber da dürften die Grenzen recht schwammig sein. Die Punkte für unsere Opponence sind demnach nicht beeindruckend. Die Punkte für den Report Koreas hingegen schon.

Wir präsentieren das Problem Skateboarder. Speziell bei diesem Problem waren die Ansätze der Teams während des Turniers immer stark unterschiedlich gewesen. Unsere Herangehensweise hat es notwendig gemacht, alle Bewegungen des Skateboarders zu messen. Unsere experimentellen Resultate und theoretischen Überlegungen sind sicher gut durchdacht und kommen bei der Jury auch gut an. Immerhin können wir mit unserer Theorie nicht nur mit gemessenen Bewegungen des Skateboarders die Beschleunigung errechnen, sondern auch optimale Bewegungen vorhersagen. Kritisiert wird jedoch unsere qualitative Erklärung, die zugegebenermaßen vermutlich zu stark reduziert präsentiert wurde um Zeit zu sparen. Einzigartig ist das Erlebnis insofern, als dass man sehr selten vor einigen hundert Physikern auf einem Skateboard fahren kann. Die Punkte, die wir erreichen konnten sind zwar gut, aber ein wenig schlechter als die von Korea.

Da wir im letzten Durchgang nur mehr den Review machen müssen, ist uns klar, dass wir nur auf Misserfolg der anderen beiden Teams hoffen können. Wir haben Glück: Während Neuseeland beim Report nicht glänzen kann, ist unser Review sehr gut und wir können somit im Finale unsere Platzierung halten: Vizeweltmeister!

Die Siegerehrung ist unspektakulär, da es keine Überraschungen gibt. Es ist vielleicht noch der Preis zu erwähnen, den wir für unseren Sieg im Basketballturnier bekommen: Tischtennisschläger. Offensichtlich denken die Veranstalter, dass aufgrund unserer Begabung im Basketball für Tischtennis nicht genug Zeit bleibt und wir daher Übung bräuchten.

Die Welt tanzt Walzer

Für den letzten Programmpunkt darf jedes Team eine Cultural Performance machen. Dabei steht nicht unbedingt die Kultur des Landes im Vordergrund, Schweden begeistert zum Beispiel mit einer Präsentation des hundertsten 18ten Beispiels über Essstäbchen (Es ist beim IYPT Tradition, alles, was nur irgendwie schwierig ist, als 18tes Beispiel zu bezeichnen). Dabei nehmen sie die Teams aus dem Finale zumindest verdeckt aufs Korn und wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir davon vollkommen verschont bleiben. Dies ist vor allem deshalb bemerkenswert, da Markus in einem Schwall an Übereifer bei dem Basketballturnier einer Schwedin beinahe einen Zahn ausgeschlagen hätte. Neuseeland führt etwas verspätet den Haka der Maori vor (vor dem Finale wäre das durchaus einschüchternd gewesen) und andere Länder singen Volkslieder.

Die Cultural Performance der Österreicher hat Tradition: Wiener Walzer. Für viele nur ein weiteres Problem Numero 18. Dieses Mal können wir sogar mit Live-Musik angeben, wir haben extra aus Wien eine Geige mitgenommen mit der dann der Donauwalzer begleitet wurde. Das Team Austria fordert auf und tanzt mehr oder weniger hochqualitativ vor. Für die anderen Nationen steht eher der Spaßfaktor im Vordergrund. Der dürfte aber nicht zu kurz gekommen sein, denn wir werden gebeten, den Donauwalzer zwei mal zu spielen. Den Rest des Abends sorgt das Team aus Nigeria dann für zeitgemäßere Tanzmusik.

Nach dem Turnier nützten wir die Gelegenheit noch und blieben einige Zeit in China. Wir besichtigten Shanghai, stiegen auf die damals höchste Aussichtsplatform der Welt und fuhren mit der Magnetschwebebahn. In Peking gingen wir bei strahlendem Sonnenschein in die verbotene Stadt und besuchten einer Einladung folgend die österreichische Botschaft. Nächstes Jahr müssen wir nicht so weit reisen: Wir freuen uns auf das IYPT2010 in Wien!

Text: Timotheus Hell und Markus Kunesch

News

2016-01-03 — AYPT 2016

Infos , Ausschreibung und vorläufiges Programm sowie Änderungen des Reglements des AYPT 2016 sind ab sofort verfügbar!

Mehr...

2015-11-08 — Erfahrungsbericht IYPT 2015 in Thailand

Ein Artikel von Luisa Schrempf über das IYPT 2015 in Thailand.

Mehr...

2015-10-05 — Generalversammlung 2015

Die Generalversammlung 2015 findet am 28.11.2015 statt.

Mehr...

Alle News lesen